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Pfarrinfo 15. bis 22. Dezember 2019 (pdf)

Adventfenster 2019 (jpg)

advent  -  "fast and furious"

Stimmt das? Verhalten wir uns heutzutage im Advent wirklich so? Lassen wir uns beherrschen vom "Haben-Müssen", das uns von der Werbung quasi aufgezwungen wird? Lassen wir uns zu einem Kaufrausch verführen? Lassen wir zu, dass uns all die Erledigungen und Besorgungen, die angeblich unbedingt vor Weihnachten noch bewältigt werden müssen, zur Hektik ausarten, bei der das eigentliche Ziel unserer Mühen zur Nebensächlichkeit witd?

In der Kirche wird gesungen: "Wir sagen euch an den lieben Advent, ...  wir sagen euch an eine heilige Zeit". Die heilige Zeit ist die Zeit der Erwartung, die Zeit des Wartens auf das Fest der Geburt Jesu. Die Gläubigen lassen ihre Adventkränze weihen und lassen sich anstecken von den Worten des Priesters, dass die Wochen bis Weihnachten erfüllt sein sollen von der Freude über das Ereignis vor über 2000 Jahren, das wir jedes Jahr wieder feiern dürfen.

Große Feste erfordern auch Vorbereitung, nicht nur organisatorisch mit Einladungen, Geschenken und Menüplanung; nicht nur mit Dekoration, nicht nur mit Äußerem. Wir sollten uns auch innerlich vorbereiten, besinnen auf das Wesentliche, "in uns gehen". Der Glanz der Lichterketten macht uns manchmal vergessen, dass wir selbst keinen inneren Glanz haben. Daran sollten wir arbeiten! Denn dieser Glanz kann auch auf unsere Mitmenschen strahlen.

Advent ist die Zeit der Erwartung. Wir dürfen aber diese Erwartung nicht allein auf das Gelingen des Festes beschränken. Natürlich wünschen wir uns ein friedliches, liebevolles Fest, ohne Streit, ohne Enttäuschungen. Das heißt, wir erwarten von unserer Umwelt, dass sie unseren Vorstellungen entspricht. Je mehr unsere Vorweihnachtszeit von Eile und Stress geprägt ist, desto dünnhäutiger sind wir. Dann genügt ein unbedachtes Wort, uns in Tränen ausbrechen zu lassen oder verbal "zurückzuschießen". In beiden Fällen ist es mit dem Weihnachtsfrieden vorbei.

"Erwartungen sind oft getarnte Forderungen", sagt Julia Schnitzlein. Wenn diese Forderungen nicht erfüllt werden, hängt der Weihnachtsfriede schnell schief.

Füllen wir also den Advent nicht an mit der Erwartung auf ein perfekt durchorganisiertes Weihnachtsfest, an dem jeder nach unserer Vorstellung agiert. Planen wir nicht den Ablauf des Hl. Abends bis ins letzte Detail durch, nehmen wir uns Zeit für uns selbst und für Gott. Dann werden wir auch kleinere Pannen am Weihnachtsabend mit Gelassenheit hinnehmen können, und der Sinn des Festes, die Freude über die Geburt des Herrn, wird sich erfüllen.

1.Dezember 2019                                                                                                                    ame