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Pfarrinfo 13. bis 20. Oktober 2019 (pdf)

respekt  und ehrfurcht

Wir als Christen haben die Verpflichtung unseren Glauben so zu leben, dass wir Zeugen Christi sind und gerade in unserer engeren Umgebung dieses Zeugnis auch leben. Zu den Grundwerten unseres Christentums gehören nicht nur der Besuch der Sonntagsmesse, die Spenden für sozial Bedürftige in allen Ländern und in unserer nächsten Umgebung. Zu diesen Grundwerten gehört auch der Respekt vor allem Lebenden, nicht nur vor den Menschen.

In unserer heutigen Welt wird dieser Respekt vielfältig missachtet, als nicht gerechtfertigt angesehen und, wenn wir genauer hinschauen, auch von uns selbst nicht mehr gelebt. Wir beuten die Natur aus, ohne zu fragen: Wird das, was wir heute tun, auch noch morgen möglich sein?  Wird das, was wir heute tun, das Überleben der nächsten Generation überhaupt noch möglich machen?

Wir betrachten unseren Mitmenschen, unseren Nächsten nicht mehr als "Mitmenschen", wir betrachten ihn vielmehr als Konkurrenten; als Konkurrenten, der uns den Arbeitsplatz wegnimmt, der unseren Parkplatz okkupiert, dessen Baum uns das Sonnenlicht in unserem Fenster raubt. Wir sehen nicht mehr das Gemeinsame in unserem Leben, wir begegnen ihm nicht mehr als Geschöpf Gottes. Menschen mit besonderen Bedürfnisssen, die in ihren Lebensäußerungen physisch oder psychisch eingeschränkt sind, werden nicht als gleichwertige "Geschöpfe Gottes" gesehen, finden oft nicht einmal mehr den Weg in unsere Gedankenwelt oder werden von vornherein nur als Almosenempfänger betrachtet.

In der Bibel heißt es: Gott schuf die Welt und sah, dass es gut war. Ebenso steht geschrieben, dass er den Menschen als sein Ebenbild schuf und ihm die Erde als Lebensraum gab.

Also: Wir haben doch die Verpflichtung Gottes Ebenbild mit Respekt zu begegnen - begegnen wir nicht auch Gott mit Respekt und sogar mit Ehrfurcht? Müssen wir daher nicht auch seinem Ebenbild in erster Linie mit Respekt entgegentreten und nicht mit Misstrauen und Angst? Haben wir nicht auch die Verpflichtung der Natur, die Gott schuf und für gut befand, mit derselben Ehrfurcht zu begegnen und sie für kommende Generationen zu bewahren?

Alle technischen Hilfsmittel zur Rettung unserer Umwelt, alle modernen Kommunikationsmittel nützen nichts, wenn wir dieser unserer Welt inklusive der Menschheit weiter helfen wollen, wenn wir nicht den christlichen Respekt vor den göttlichen Taten mitbringen und mit Leben erfüllen.

Nur unter dieser Voraussetzung, dass "Respekt und Ehrfurcht" vor Gottes Schöpfung die Grundlage unseres Handelns sein muss, kann der Umgang mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt positiv gestaltet werden.

1. Oktober 2019                                                                                                        amke