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PFARRE Andau

Pfarrinfo 17. bis 24. Juni 2018 (pdf)

Drei Turm Echo Juni 2018 (pdf)

"Geist des herrn erfüllt das all ..."

(Gotteslob 347)



Diese meine Gedanken sehe ich als Fortsetzung meines Beitrags aus der diesjährigen Frühjahrsnummer des "3 Turm Echos". Der Titel war: "Komm, o komm du Tröster mein", nach dem berühmten Pfingsthymnus "Veni Creator Spiritus". (Gotteslob 843 bzw. 341 f)

Während es damals um das zukünftige Pfingstfest ging, ist nunmehr Pfingsten vorbei, wir haben der "alljährlichen" Herabkunft des Heiligen Geistes gedacht, und der Geist des Herrn erfüllt nun das All, wie es das oben zitierte Lied besingt - oder? Wie merke ich das? Brauche ich das? Wenn  ja, wozu brauche ich das? Wer ist denn dieser Heilige Geist überhaupt? Wie kann, wie soll ich ihn mir vorstellen?

Fragen über Fragen, deren Beantwortung mehr oder - fürchte ich - weniger interessiert. Das Pfingstfest hat absolut nicht den "Beliebtheitsgrad" von Ostern, schon gar nicht von Weihnachten. Leider sieht man das an der Zahl der zu diesem festlichen Anlass eigentlich zu erwartenden höheren Kirchenbesucher- anzahl. Ich meine, die Wichtigkeit des Heiligen Geistes wurde und wird viel zu wenig erkannt. Der Sinn des bereits in meinem vorigen Beitrag erwähnten beliebten Kirchenliedes "Atme in uns Heiliger Geist" (Gotteslob 346) ist viel zu wenig bekannt! Der Heilige Geist sollte die Funktion unseres eigenen Atems haben, von Gott Vater und Sohn  dazu bestellt, überhaupt erst ein (von Gott gewolltes) Leben möglich zu machen. Ein solches entsprechendes Leben von mir, von uns, von der (christlichen) Gemeinschaft, von der ganzen Welt ist das Ziel. Dann ist/wäre Gottes Geist "Bestandteil des Alls", wie es bereits in der Schöpfungsgeschichte angedeutet wird: Gottes Atem/Geist schwebte über der Schöpfung, der Atem/Odem Gottes wird dem Menschen "eingeblasen", und er erhielt damit eine Seele.

Einen neuen Gedanken habe ich in diesem Jahr mitbekommen: Als Jesus am Kreuz starb, schrie er, laut Evangelien, auf und "hauchte" seinen  Geist aus. Und - auch in diesem Augenblick hauchte er seinen Geist, das ist gleichzeitig die dritte Person Gottes, in und über die ganze Welt aus, nicht erst und besonders vor und um Pfingsten. Ja, und genau da haben wir den Schöpfergeist, den Erlösergeist und den Sendungsgeist. Lasst uns ihn erkennen und uns von ihm erfüllen, dann tritt hoffentlich das ein, was die letzte Strophe des eingangs erwähnten Liedes prophezeit: 

"Der Geist des Herrn durchweht die Welt

gewaltig und unbändig:

wohin sein Feueratem fällt,

wird Gottes Reich lebendig.

Da schreitet Christus durch die Zeit

in seiner Kirche Pilgerkleid,

Gott lobend: Halleluja."

Wolfgang Windisch

1. Juni 2018