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Pfarrinfo 24. Februar bis 3. März 2019 (pdf)

"seht, ich mache alles neu"

(Offenbarung 21,5)


Wie weit geht das auch uns an? Vor Kurzem war die kirchliche "Weihnachtszeit" zu Ende. Das "normale Kirchenjahr" mit seinen "normalen" Sonntagen bis zum Beginn des neuen Kirchenjahres im nächsten Advent (!) hat wieder begonnen. So ist es jedes Jahr - in der Kirche bzw. im Ablauf des Kirchenjahres geschieht nichts Neues, oder? Vielleicht kommt jetzt auch in der katholischen Kirche ein Feiertag für den Karfreitag dazu? Das bleibt aber noch abzuwarten. Was neu, aber schon wieder einige Jahre zu bewundern ist, ist die "neue" Art des Auftretens und auch Handelns von Papst Franziskus. Aber sonst? Anläßlich der Vorbereitung für eine Predigt habe ich folgendes Zitat gelesen: Noch vor 50 Jahren war der Geist des 2. Vatikanischen Konzils, nämlich der beabsichtigten, weil notwendig empfundenen, inneren und äußeren Erneuerung und Reform der Kirche ganz deutlich zu spüren. Trotzdem: bereits etwas später hat Lothar Zanetti, ein deutscher Priester und Schriftsteller schon so formuliert: "Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste in der Kirche ist. Sie werden antworten: die Messe. Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste in der Messe ist. Sie werden antworten: die Wandlung! Sag hundert Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein  und sagen: Nein, alles soll so bleiben wie es ist!




ABER, weiter Zanetti: "Das Wichtigste in (und an) jedem Gottesdienst ist die Wandlung, aber nicht nur die Verwandlung von Brot und Wein, sondern auch unsere eigene Verwandlung!" - man kann es auch Erneuerung nennen. 



Für mich: Letzteres gilt für jeden Gottesdienst, jede Andacht, jede kirchliche oder außerkirchliche religiöse Zusammenkunft. Der Sendungsauftrag von Christus am Schluss des Gottesdienstes sagt das ganz deutlich. Frei formuliert: "Geht hinaus, ihr seid hiermit geschickt und bringt den Frieden und die Botschaft Christi" drückt dies ja ganz deutlich aus. Er ergeht an alle. Durch das Zusammensein mit Gott sind wir wieder wie neu getaufte und damit "verwandelte" und gestärkte Christen.


Jetzt komme ich zu Neuerungen, die bekannt oder weniger bekannt, in der Liturgie der katholischen Kirche in letzter Zeit durchgeführt wurden. Seit dem vergangenen ersten Adventsonntag wird nämlich für die Messfeiern an Sonn- und Feiertagen jeweils für die drei Lesejahre ein neues "Lektionar" verwendet. Lektionar ist das Buch, aus dem für den Tag ausgewählte Texte des Alten und Neuen Bundes im Gottesdienst vorgetragen werden. Grundlage dieser Neuerungen bzw. Veränderungen ist eine moderne, zeitgemäßere Übersetzung der Bibeltexte, die durch das dafür autorisierte "Bibelwerk" veranlasst wurde. Diese Textänderungen sind sehr moderat und werden wahrscheinlich selten auffallen.

Und das wohl im Gegensatz zum neuen "Gotteslob"-Gesangsbuch, das, so habe ich das Gefühl, trotz anfänglichem Widerstand, langsam, besonders bei den Andachten und Gebeten, immer mehr angenommen wird. Trotzdem: Hier ist der Beharrungswille insbesondere des "Liedergutes", sicherlich noch sehr groß. Meinungen: Alles hätte so bleiben sollen wie es war! Das Vorherige war besser, hat mir mehr gefallen, war ich so gewohnt .... Dadurch, dass ich in Tadten und St. Andrä auch beim Orgelspielen aushelfen darf, habe ich mich seit etwa einem Jahr mit diesem Gesangsbuch näher beschäftigt, und ich meine: Da gäbe es noch einige "Schätze", auch bereits von den Jugendmessen bekannte, allgemein zu bergen!


Daher mein Appell: Seien wir offen auch für Neuerungen! Und ich bin überzeugt: Das könnte - neben dem Gewohnten und Bekannten - oft recht interessant sein!

Gottes Segen!



01. Februar 2019                                                                                                              Diakon Wolfgang