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amazonien - synode

Ab dem 1. Oktober findet drei Wochen lang (bis 27. Oktober) in Rom eine Sonderversammlung der Bischofsynode, also eine außerordentliche Bischofsynode, statt. Im Unterschied zu einer ordentlichen Bischofsynode, zu der alle Bischöfe eingeladen sind, ist diese Synode thematisch nur für manche Bischöfe und Experten und Expertinnen für einen bestimmten Bereich bestimmt. Eine Bischofsynode ist ein Beratungsorgan des Papstes, kann also nicht bestimmen, aber wenn der Papst etwas aufgrund der Beratung der Bischofsynode beschließt, gilt es für die ganze katholische Kirche.

Bei dieser außerordentlichen Synode der Bischöfe wird die Situation in Amazonien thematisiert. Amazonien umfasst ein Gebiet, das mit rund 7,45 Millionen Quadratkilometern etwa 80-mal so groß wie Österreich ist und in neun Ländern liegt, darunter Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Es bedeckt fast die gesamte nördliche Hälfte des Halbkontinents Südamerika und zählt zu den wichtigsten Ökosystemen, der sogenannten "grünen Lunge", der Welt. In der Amazonasregion lebt eine indigene Bevölkerung von rund drei Millionen Menschen. Dem aus Argentinien stammenden Papst ist diese Gegend sehr nahe, und deswegen möchte er mit den Bischöfen über dieses Thema sprechen.

Es geht um drei große Themen, die eng zusammenhängen:

Das erste Thema behandelt den Naturschutz. Der Papst spricht im Vorbereitungsdokument von einer "ganzheitlichen Ökologie" und von einer "ökologischen Umkehr".

Bei der Zerstörung der Natur, und darum geht es im zweiten Teil, werden bewusst und systematisch Menschenrechte verletzt: Völker werden vertrieben, Boden wird beschlagnahmt, Entschädigungen nicht ausbezahlt, mit Lug und Trug werden Menschen und Natur ausgebeutet.

Das dritte Thema widmet sich der Pastoral. Amazonien ist ein sehr großes Gebiet mit teilweise sehr wenigen Priestern. Manche entlegene und nur sehr schwer zugängliche Gegenden werden nur zwei- bis dreimal im Jahr von einem Priester besucht. Wie die Kirche mit dieser Situation umgehen soll, darum wird bei der Synode beraten.

Obwohl diese Synode nur einen bestimmten Teil der Erde betrifft, der noch dazu weit weg von uns ist, betreffen alle drei Anliegen auch uns. Ökologische Fragen sind wichtige Anliegen für die ganze Welt. Es darf uns nicht egal sein, Globalisierung hin oder her, mit welchen Ländern wir Handel treiben, woher die Produkte stammen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden.

Im Zusammenhang mit dem Priestermangel muss auch über den Zölibat und die Stellung der Frau in Gesellschaft und Kirche diskutiert werden. Die selbstverantwortliche Weise der Leitung in der Kirche wie auch die Macht der Priester muss überdacht werden. 

Das alles sind Themen , die auch unseren Seelsorgeraum betreffen.

1. Oktober 2019                                                                                                              Pfarrer Gabriel