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ostern  anderer  art

So eine Fastenzeit und so ein Osterfest wie wir es heuer haben, haben wir noch nie gehabt und werden hoffentlich auch nicht mehr erleben. Fastenzeit mit viel Verzicht, Einschränkung nur auf das Notwendigste, Ostern, ohne einander zu umarmen, sich persönlich Frohe Ostern zu wünschen, ohne Besuche, ohne die Gottesdienste in den Kirchen. Es ist ungewöhnlich und nicht angenehm, aber notwendig.

Das, was die Kommunisten 70 Jahre in den Ostblockstaaten mit größte Mühe und Brutalität versucht haben, das, worum sich Greta Thunberg und viele andere Menschen bemühen, das, was die Psychologen seit Jahren empfehlen, ist einem Virus namens Covid 19 sehr schnell und effektiv gelungen: die Kirchen sind leer, es fahren nur weniger Autos, fliegen wenige Flugzeuge, Menschen haben ihre Lebensweise verlangsamt, haben Zeit für sich selbst, für die Familie, zum Nachdenken.

Unter diesen Bedingungen werden wir heuer Ostern feiern. Gerade da möchte ich die starke Symbolik des Osterfestes betonen: Mitten in der Corona-Krise, in einer Zeit, wo die persönlichen Kontakte höchstens per Telefon oder Internet gepflegt werden dürfen, wo viele Menschen erkrankt und viele auch gestorben sind, wo andere bis zur Erschöpfung und unter Ansteckungsgefahr im Einsatz sind, wo sich viele Sorgen um ihre Zukunft machen, gerade in dieser Krisenzeit feiern wir Ostern. Christus hat das Grab unserer Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit überwunden und aufgemacht. Er berührt unsere verängstigten Herzen mit neuer Hoffnung, neuer Kraft. Er schenkt uns Hoffnung wider aller Hoffnungslosigkeit.

Das möge uns allen neue Kraft, Ausdauer, Geduld und Gottes Segen schenken.

 

Frohe und gesegnete Ostern wünscht

 

Pfarrer Gabriel Kozuch

31. März 2020