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ZIEGEN  FÜR  DIE  WELT

 

Wir alle sind stolz darauf, dass vor allem kirchliche Organisationen der hoch entwickelten Industriestaaten immer wieder dazu beitragen, die Not der Menschen in der Dritten Welt mit ihren Spenden zu lindern.

 

 

Aber ist diese Spendenfreudigkeit wirklich der Weisheit letzter Schluss, um diesen Menschen aus ihrer Not zu helfen und ihnen ein Leben in Sicherheit und Würde zu ermöglichen? Ein kleiner Seitenblick: Unser Bundespräsident hat anlässlich seines Besuches bei Papst Franziskus 20 Ziegen geschenkt, die vielen Familien in Afrika ganz konkret helfen, ein Leben in Würde und ohne Not zu führen. Auch hier gäbe es noch viele weitere Möglichkeiten, deren Situation zu verbessern. 

Aber was helfen Geldspenden wirklich, um Menschen auf Dauer aus ihrem menschenunwürdigen Leben zu helfen? Ich meine, es müsste ganz anders laufen.

Wir haben diese Länder lange genug für unser Wohlleben ausgenützt, wir haben ihre Bodenschätze ausgebeutet und die Menschen abhängig gemacht. Daher haben wir die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, sie aus diesem Dasein heraus zu heben. Warum können wir nicht beginnen, uns auf bestimmte Ziele dauerhaft zu konzentrieren? Auf Ziele, deren Erreichung wirklich die Situation der Menschen zum Besseren ändert?

Wir sind stolz darauf, dass wir ein Schulsystem haben, das für Kinder und Eltern kostenlos ist und die Entwicklung der nächsten Generation auf diese Weise sicherstellt. Aber in den Entwicklungsländern ist die Situation ganz anders. Warum versuchen wir nicht, sowohl politische als religiöse Organisationen, hier anzusetzen und unsere Spenden und Förderungen für eine Bildung einzusetzen, die allen Kindern in gleicher Weise zugänglich ist? Ich bin der Überzeugung, dass allein der Einsatz für Bildung der nächsten Generation ihr Fortkommen und ihren Willen zur Eigenverantwortung derart steigern würde, dass diese jungen Menschen nicht mehr das Bedürfnis haben werden, ihr Land zu verlassen, sondern im Gegenteil versuchen werden, in ihrer Region, ihrer Heimat weitere Verbesserungen anstreben und durchführen werden.

Dies wäre ein erster Ansatz. Viele weitere Beispiel könnte ich hier aufzählen, die aber alle darauf aufbauen, dass junge Generationen wissen müssen, dass ihr Einsatz daheim – mit konkreter und tatkräftiger Unterstützung aus dem Ausland – sehr wohl  bewirken kann, ihr Leben lebenswert zu gestalten.

Es liegt an uns. Versuchen wir doch, dies umzusetzen!

1. Juli 2021                                                                                                                                          ek