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Tango  tanzen

„Oh Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen“ – Augustinus.

Ich tanze gerne.

Musik und Bewegung zu verbinden bedeutet Folgendes für mich:

  • Ganz genau zuhören und hinhören: welcher Rhythmus, welche Tonlage – welche Grundstimmung der Musik drückt sich dabei aus? Quirliger Quickstep oder zarter Walzer, eine fröhliche Polka, ein dramatischer Paso Doble – oder ein Herz bewegender Tango.

  • Das Zuhören bewirkt, dass ich mich auf die Musik einlasse – ihr folge. Auch wenn meine Tanzschulzeit schon sehr lange her ist, die Grundschritte habe ich dann relativ schnell wieder „in den Füßen“, sie bewegen sich von selbst.

 

  • So bin ich schnell eins: Mein Körper mit der Musik, aber auch ich mit meinem Tanzpartner. Da komme ich nicht mehr dazu, mir Gedanken über den Alltag, über anstehende Aufgaben, etc zu machen. Da bin ich. Ich.

  • Beim Tanzen stehen bleiben? Geht nicht! Schritt für Schritt. Immer weiter.

  

  • Psalm 30: „Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt“.

Oder waren Sie jemals nach dem Tanzen traurig? Ich nicht!

 

Warum Tango?

  • Die Musik fordert heraus.

https://www.youtube.com/watch?v=kp9O-bQjF7A Erwin Schrott Rojotango.

  • Ich nehme automatisch (auch jetzt hinterm Rechner) eine gerade Körperhaltung ein – baue Spannung auf, höre genau hin, löse die Spannung und komme wieder in die Spannung, genieße die Momente der Freiheit und der Dichte/Nähe (auch ohne Partner, mein Arbeitszimmer reicht…).

 

  • „Im Tango Argentino vereint sich alles, was das Leben ausmacht. Sehnsucht, Einsamkeit, Leidenschaft, Erotik und Wut. …. Tango ist aber vor allem der getanzte Traum von einem besseren Leben. Der Tango symbolisiert die Sehnsucht nach Heimat und Zuhause Sein.“[1]

 

Tango ist ein spiritueller Tanz für mich:

„Bei sich bleiben, beim anderen sein, offen für Gott. Eine Erfahrung von Transzendenz. Drei Minuten einer anderen Wirklichkeit. Sehnsucht nach dem Himmel. Getanzte Sehnsucht. Zu zweit im Paar. Nach oben offen.“[2] 

  • Ein Bild für Gottesbeziehung:
  • Gott lädt uns ein, Ihm zuzuhören, hinzuhören: wenn wir beten, wenn wir in der Natur staunen, wenn wir (in der Bibel) lesen, mit einander sprechen – Gott ist in jedem von uns.
  • Wir können! uns auf Ihn einlassen, auf Seinen Rhythmus, Seine Melodie, Seinen Ton. Ob wir Ihm folgen, ist unsere Sache.
  • Seine Liebe zwingt uns zu nichts, sie ist eine Einladung.
  • Es gibt in unserer Geschichte mit Gott dichte/nahe Momente und Momente, in denen wir Freiheit brauchen – aber eben zurückkommen können.
  • Im Takt bleiben, mit Ihm gehen, mich von Seiner Musik tragen lassen, ich bin durch sie getragen und gehalten…..
  • all das lässt mich die besondere Nähe Gottes empfinden, macht mich glücklich, macht mich froh! 
  • „Tango ist ein Tanz zwischen dem Ist und dem Morgen. Zwischen schon und noch nicht. Eine Ahnung vom Reich Gottes“[3].

 

Kommt, lasst uns Gott tanzen!

Gertrud Nemeth

[1]https://www.lutherkirche-koeln.de/tangogottesdienst.aspxam 26.5.2019

[2]https://www.kirchenzeitung.de/content/tango-ist-ein-spiritueller-tanzam 26.5.2019

[3]https://www.kirchenzeitung.de/content/tango-ist-ein-spiritueller-tanz