Zum Inhalt

Zur Navigation

Schriftgröße

top

Alle Jahre wieder - und doch jedes Jahr neu

Alle Jahre wieder feiern wir Weihnachten - feiern wir die Geburt Jesu.

Und alles soll so sein wie jedes Jahr. Viele begehen das Fest im Kreis der Familie in gleicher Weise wie jedes Jahr, so wie in der eigenen Kindheit, so wie früher: Kekse backen, Weihnachtsbaum aufstellen, ein üppiges Mahl und der Besuch der Christmette. Weihnachten ist jene Zeit im Jahr, wo wir versuchen, die Welt aus den Augen von Kindern zu sehen.

Aus Erfahrung wissen wir aber, dass es nicht immer so harmonisch zugeht, wie wir es uns wünschen und vorstellen. All der Stress und die Hektik, hervorgerufen durch die Vorbereitungen auf das Fest, lassen die Ruhe und Harmonie, die durch die Geburt Jesu ausgelöst werden sollen, verblassen.

Und doch warten wir Jahr für Jahr aufs Neue, um das Weihnachtsfest mitten im Winter, in der dunklen Jahreszeit, zu feiern.

Vieles ist all die Jahre hindurch gleichgeblieben, aber nicht alles. Manches ist neu. Da ist im vergangenen Jahr in einer Familie ein Kind geboren. Jemand hat wieder Fuß gefasst und eine neue Arbeitsstelle gefunden, über die er/sie sich freut. Ein anderer wiederum hat keinen Weihnachtsbaum aufgestellt, weil er nicht in der Stimmung ist - seine Frau ist vor einiger Zeit gestorben. Eine andere hat die Nachricht von ihrer schweren Krankheit erhalten und stellt sich die Frage, wie oft sie noch Weihnachten feiern darf.

Weihnachten macht uns dünnhäutig und lässt uns daran denken, was sich alles verändert hat. Ja es ist, als ob uns gerade dieses Fest "alle Jahre wieder" zeigen will, wie sich unsere Lebensgeschichte entwickelt hat.

Und doch ist Weihnachten jedes Jahr neu und erfreut uns, weil wir uns wieder erinnern, was Gott uns mit der Geburt Jesu sagen will, nämlich, dass er uns nahe ist, mit uns zu tun haben will und ein Mensch  geworden ist wie wir. Jedes Jahr, wenn wir Weihnachten feiern, sichert er uns aufs Neue zu, dass wir uns nicht fürchten sollen, denn er ist bei uns - heute, aber auch an allen anderen Tagen unseres Lebens, den schönen und den schweren. Darum können wir Menschen mutig und zuversichtlich in den Tag gehen und dieses Fest freudig feiern.

30. November 2019                                                                                                       Andreas Wurzinger