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PFARRE TADTEN

Pfarrinfo 7. bis 15. März 2020 (pdf)

Ministranten d. Monats Februar 2020 (pdf)


Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?

 

Diese Verszeile aus dem Psalm 8, wirft eine Frage auf, die sicherlich keinen von uns kalt lässt und die sich jeder von uns schon einmal gestellt hat. Es ist die Frage nach unserem Mensch-Sein.

Und hier lädt uns die 40tägige Vorbereitungszeit auf Ostern ein,  eine Antwort auf diese Frage und unser Mensch-Sein zu suchen und zu finden. Denn Ostern will uns eine Antwort aus dem Glauben heraus geben.

Der Verfasser dieses Psalms, David, ist hier voll des Staunens über die Schöpfung Gottes und gleichzeitig bringt er die Verwunderung darüber zum Ausdruck, was Gott bei all der Herrlichkeit seiner Schöpfung an dem vergänglichen Menschen liegt.

Der Mensch wird quasi als Krönung der Schöpfung dargestellt, der von Gott selbst mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt und eingesetzt ist, um über Pflanzen und Tiere zu herrschen. Und Jesus Christus zeigt uns durch sein Leben, wie wir leben sollen.

 Und so zählt dieser Psalm für mich unter anderem zu den Grundlagen meines Glaubens. Denn immer steht am Beginn das Staunen. Später folgt dann daraus die Dankbarkeit für alles, was ich staunend wahrzunehmen befähigt bin. Und erst daraus wächst Kraft, Mut und Wille, sich in diesem Sein zu bewegen, zu leben und Verantwortung für sich selbst und die Schöpfung wahrzunehmen.

Und in diesem Zusammenhang lässt sich auch die Tiefe des Pilatuswortes „ Ecce homo! – Seht den Menschen!“ erahnen. Es mahnt uns, jenen geschundenen und so erbärmlich zugerichteten Menschen anzuschauen. Es hält uns vor Augen, wozu Menschen fähig sein können. Wie Menschen andere niedermachen, sie bloßstellen, dem Spott ausliefern, sie verächtlich machen.

Der Psalm und das Pilatuswort sind daher für mich keine Gegensätze, sondern Ergänzungen des jeweils anderen. Sie zeigen uns einerseits den Menschen als Verwalter der Schöpfung Gottes und andererseits als „Auslöser“ für so manchen zwischenmenschlichen Konflikt.

Und gerade jetzt in der Fastenzeit regen sie dazu an, darüber nachzudenken, was der Mensch wirklich ist und wie wir uns selbst wahrnehmen und sein möchten.

Erst das Ostergeschehen gibt uns die Antwort darauf, nämlich dadurch, dass Jesus sich selbst in die Leiden der Menschheit hineingibt und uns so Vorbild in unserem Leben wird.

Mit dem Blick auf die Herrlichkeit bei Gott.

März 2020                                                                                                                Andreas WURZINGER